Saisoneröffnung am Gardasee

Saisoneröffnung am Gardasee

Saison Auftakt am Gardasee - und zwar bevor sie richtig los geht.

Jedenfalls für mich. Für manche dauert die Bike-Saison ja 365 Tage. Ich mache im Winter bisher immer Pause – und kann es dann im Frühling gar nicht erwarten, wieder zu starten.

Letztes Wochenende war es für mich so weit: Michael und ich besuchen spontan den Frühling am Gardasee und nutzen die Gelegenheit natürlich, um die Bikesaison 2019 einzuläuten. Ein letzter Blick auf die Wettervorhersage in München am Freitagnachmittag bestärkt uns: Regen und starker Wind soll es am Wochenende geben. Am Gardasee hingegen: sonnig, um die 17 Grad.

Das Gefühl, willkommen zu sein 

Normalerweise campen wir, wenn wir am Gardasee sind. Dieses Jahr sind wir allerdings schon so früh dort, dass unser Van noch im Winterlager ist. Wir müssen uns also eine Unterkunft suchen. «Da haben wir freie Wahl – zu der Zeit sind ja kaum Leute da.» denken wir. Mit den Leuten liegen wir richtig. Mit der Auswahl nicht. Denn auch viele Unterkünfte haben zu dieser Jahreszeit noch geschlossen. Meine Recherche nach hübschen, kleinen und persönlichen Unterkünften ergibt entweder, dass sie noch geschlossen ist oder bereits ausgebucht…

Kurz bevor ich soweit bin, dass ich uns ein Zimmer in einem grossen Hotel buche, entdecke ich das Hotel «Glocal» in Torbole. Die Bilder von den Zimmern und das Konzept – einen Ort mit globaler Atmosphäre und lebendiger, lokaler Seele zu schaffen – überzeugen mich. Unser Zimmer «Bella» ist gebucht.

Es sei das Gefühl, willkommen zu sein, das eine Reise besonders und einzigartig macht, schreiben die Inhaber auf der Website. Genau dieses Gefühl gibt uns die Besitzerin Emanuela, als wir um 21:00 ankommen.

Emanuela und ihr Mann haben ihr junges Hotel Glocal – es wurde erst im Mai 2018 eröffnet – an die Bedürfnisse unterschiedlicher Zielgruppen ausgerichtet: Familien fühlen sich in einem der beiden Familienzimmer wohl, bei denen jeweils zwei Zimmer und zwei Bäder durch eine Verbindungstür zusammengeschlossen sind. Für Gäste mit eingeschränkter Mobilität sind zwei der insgesamt elf Zimmer barrierefrei und für Mountainbiker, Rennradfahrer und Trekkingradfahrer gibt es einen abschliessbaren Bikecountainer und einen Waschplatz.

Für jedes Alter und jede Vorliebe bietet das Frühstücksbuffet mit seiner grossen und leckeren Auswahl etwas: von Müsli mit frischem Obst über Brot und Semmeln mit Käse und Ei bis zu selbstgebackenem Kuchen. Und wer später am Tag wieder Hunger bekommt, der kann in der Gästeküche etwas kochen und Lebensmittel in einem Gemeinschaftskühlschrank aufbewahren.

Ich kann das Glocal in Torbole sehr empfehlen: lockere, freundliche Atmosphäre, schöne Zimmer, leckeres Frühstück und sehr guter Service.

Am besten ihr bucht direkt über die Hotelseite – so kommt auch der gesamte Betrag ohne Abzüge von Vermittlungsgebühren bei Emanuela und ihrer Familie an. Für einen Besuch habt ihr dieses Jahr noch bis Anfang November Zeit – das Glocal schliesst am 11. November und öffnet im Februar 2020 wieder.

4 Gründe warum es sich lohnt, im März an den Gardasee zu fahren:

1. (Fast) alleine sein

Jetzt aber zu dem eigentlichen Grund unseres Besuches am Gardasee: Trails, Mountainbiken, Sonnenschein, Pizza und Eis. Richtig, das bekommt man auch später im Jahr am Gardasee. Dann muss man es sich allerdings mit vielen anderen Gästen teilen. Mitte März hingegen ist am Gardasee sehr wenig los.

2. Neues ausprobieren

Das heisst natürlich auch, dass die Lieblingspizzeria vielleicht noch geschlossen hat oder man trotzdem nicht so einfach eine Unterkunft findet. Dafür entdeckt man eine neue Lieblingspizzeria oder vielleicht auch nur die zweitliebste Pizzeria 😊 Kurz, man wird gezwungen nach Neuem Ausschau zu halten und Unbekanntes auszuprobieren. Für uns hiess das neben dem Hotel ein Leihbike für Michael. Denn sein Liteville 301 ist komplett auseinandergebaut, weil der Rahmen gerade lackiert wird.

Auch wenn er mit dem Cannondale Jekyll leider nicht zufrieden war – es fand es schwer und schwerfällig – tat es gut, mal ein anderes Bike als das gewohnte zu fahren. Ich bin auch kurz damit auf einem geradlinigen Trail gefahren – da rollt es easy über alles drüber. Wie es ist, wenn mehr Wendigkeit gefragt ist, habe ich nicht getestet. Jetzt freut sich Michael umso mehr auf sein eigenes Bike 😊

3.  Sich auf alpine Touren einstimmen

Während die Trails hier in den höheren Lagen noch unter Schnee ruhen, werden sie am Gardasee schon von der Sonne beschienen. Höhenmeter und Trails geben einen Vorgeschmack auf alpine Touren – gibt es eine bessere Motivation?

Die Tour für den Samstag wähle ich aus. Sie soll nicht so lang sein, Höhenmeter, Trails und Aussicht haben. Ich entscheide mich für das Val Pura mit knapp 800 Höhenmetern und 11 Kilometern. Wir starten sehr gemächlich mit einer Bootsfahrt von Torbole nach Limone. Dort angekommen stellt Michael erstmal sein Leihbike ein.

Dann geht es hinauf – steil, durch den Asphalt aber gut fahrbar. Ausserdem entlohnt uns die Aussicht auf den Gardasee immer wieder. Kurz vor dem Traileinstieg wechselt der Untergrund zum gardaseetypischen Schotter – ich steige ab und schiebe, bevor wir die letzten Meter bis zum Abzweig des Sentiero 268 am Hang entlangrollen. Der schmale Trail zieht sich am Hang entlang durch das Val Pura. Er hat enge Kehren und teilweise verblockte und sehr steile Passagen – hin und wieder schiebe ich ein Stück. Auf asphaltierten Straßen rollen wir zurück nach Limone zum wohlverdienten Panini mit Seeblick. Die Rückfahrt mit dem Boot ist der perfekte Abschluss und macht diese abwechslungsreiche Tour zu einem besonderen Erlebnis.

4.  Sonst nicht empfehlenswerte Wege fahren

Unsere Tour für den Sonntag wählt Michael aus – eine flachere dafür längere Runde mit knapp 50 Kilometern und 500 Höhenmetern in die Marocche. Von Torbole fahren wir über den Sarca-Radweg Richtung Arco. Ich kenne ihn nur überfüllt: Radfahrer und Fussgänger nutzen ihn gleichzeitig mit unterschiedlichen Zielen und Geschwindigkeiten. Das finde ich gefährlich, weshalb ich ihn meide. Mitte März gibt es genug Platz für alle, sodass Rennradfahrer Hans-Guck-in-die-Luft Fussgänger nicht mit waghalsigen Manövern überholen müssen.

Links der Sarca geht es in angenehmer Steigung mal auf schmaleren, mal auf breiteren Schotterwegen weiter nach Pietramurata und entlang des Lago Di Cavedine wieder zurück. Den Rückweg legen wir leider grösstenteils auf Asphalt zurück… Landschaftlich gefällt mir die Tour aber sehr gut, allein Trails fehlen. Das muss aber nicht sein – mit ein bisschen Recherche findet man sicher welche. Da war mein lieber Freund leider nicht gewissenhaft genug 😉


Welche Touren empfehlt ihr am Gardasee? 


Anmerkung: Das ist kein gesponserter Blogbeitrag. Für die Veröffentlichung erhalte ich keine Vergütung o.ä. Ich stelle euch den Gardasee und das Hotel vor, weil es mir dort gut gefällt und ich mir vorstellen kann, dass es euch genauso geht :) 

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